Gut zu wissen: So finden Sie die richtige Versicherung 50 plus

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Inhalt

Für eine Altersvorsorge ist es nie zu spät
Stehen Kosten und Nutzen in einem guten Verhältnis?
Checkliste: Diese Versicherungen 50 plus sind sinnvoll
Eine Versicherung 50 plus für den Notfall

Eine Versicherung begleitet einen ein Leben lang. Wirklich? Erfahren Sie, welche Versicherung 50 plus sinnvoll ist und welche Sie sich eher sparen können.

Eine gute Versicherung 50 plus sollte Sie auf dem Lebensweg „absichern“. Nur ist es manchmal gar nicht so leicht, die passende Versicherung 50 plus zu finden, da sich in diesem Lebensabschnitt nochmal vieles neu aufstellen kann.
Constanze Hintze, Geschäftsführerin bei der Finanzberatungsstelle für Frauen Svea Kuschel + Kolleginnen, gibt wertvolle Tipps, welche Versicherung 50 plus relevant ist und optimal für die Zukunft vorzusorgt.

Für eine Altersvorsorge ist es nie zu spät

Welche Versicherung 50 plus und mit welcher Laufzeit macht Sinn?

Sowohl die Fortführung bestehender Rentenversicherungen als auch der Abschluss neuer zusätzlicher Altersvorsorgemaßnahmen sind zu empfehlen.
Denn sinnvoll für das Alter vorsorgen geht immer. Auch mit 50 plus, denn vor einem liegen gut und gern noch 15 bis 17 Jahre bis zum Renteneintritt. Sinnvoll sind Verträge, deren Ertrag sich aus den Kapitalmärkten speist (u. a. Aktienfonds), die aber eine Beitragsgarantie beinhalten. Jedoch müssen Sie sich im Klaren sein, dass Sie mit steigendem Alter bei den Monatsbeiträgen tiefer in die Tasche greifen müssen, um wirklich effektiv vorzusorgen. Eine Laufzeit bis zum geplanten Rentenbeginn ist in jedem Fall sinnvoll. Wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sollte sie beibehalten, denn statistisch gesehen steigt die Anzahl der Berufsunfähigkeitsfälle ab 50 drastisch an. Neue Verträge abzuschließen ist möglich, allerdings wegen des höheren Eintrittsalters recht teuer.

Wo findet man gute Versicherungspolicen?

Am besten wenden Sie sich an einen unabhängigen Makler oder eine Finanzberatung. Denn nur hier ist sichergestellt, dass Sie nicht ausschließlich Versicherungsprodukte eines Anbieters erhalten, sondern solche, die sich am Markt als zuverlässig und mit einem stabilen und attraktiven Ergebnis bewiesen haben. Zudem sollte sich die Beraterin oder der Berater Zeit für Sie nehmen und Ihre aktuelle Situation sowie die Pläne für die Zukunft in die Versicherungslösung mit einfließen lassen. Stehen die außen vor, bekommen Sie am Ende nicht das passende Produkt.

Was kosten Versicherungen 50 plus?

Der größte Kostenpunkt bei Versicherungen 50 plus ist die sogenannte Abschlussgebühr (Courtage). Diese wird bei Versicherungsabschluss fällig und liegt meistens zwischen drei und fünf Prozent der Versicherungssumme. Die genaue Höhe können Sie dem Vertrag entnehmen. Die Courtage dient unter anderem dazu, die Kosten der Erstberatung, des Services und der künftigen Beratungen, die erfahrungsgemäß anfallen, zu decken. Außerdem fallen laufende Kosten für Kontoführung, Rentenzahlung und Ähnliches an. Diese sind aber vergleichsweise gering. Info: Der Preis für bestimmte Versicherungspolicen hängt stark vom Alter ab. Falls Sie zum Beispiel noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, steigt mit zunehmendem Alter auch die Beitragshöhe. Viele Versicherer haben 2017 Altersobergrenzen, zum Beispiel 55 und 57, für eine Berufsunfähigkeitspolice festgelegt. Bei einigen Anbietern spielt das Alter aber auch eine untergeordnete Rolle, vielmehr kommt es auf die einzelne Gesundheitsakte an beziehungsweise das potenzielle Krankheitsrisiko.

Stehen Kosten und Nutzen in einem guten Verhältnis?

Was sollte man sich nicht aufschwatzen lassen?

Fondspolicen sind mitunter recht teuer, und bei zu kurzer Vertragslaufzeit ist das Risiko hoch, dass die Kosten nicht durch eine gute Wertentwicklung ausgeglichen werden. Auch sind Rentenversicherungen mit integrierter Berufsunfähigkeitsversicherung kritisch zu sehen. Denn die meisten Kunden fühlen sich fälschlicherweise für den Fall der Berufsunfähigkeit abgesichert. Tatsächlich deckt aber die Leistung meist nur den Beitrag für die Hauptpolice.

Welche Versicherung 50 plus kann jetzt getrost gekündigt werden?

Wenn Sie optimal beraten wurden, gibt es keine Versicherung, die ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von Nutzen ist. Ansonsten stehen bei manchen Versicherungen Kosten und Nutzen in keinem guten Verhältnis, wie zum Beispiel bei einer Hausratversicherung. Wer eine private Pflegeversicherung mit guten Leistungen abgeschlossen hat, kann eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen. Bevor sie eine solche Maßnahme ergreifen, sollten Sie sich erst ausführlich beraten lassen. Vorschnelles Kündigen ist in aller Regel kein guter Rat.

Machen Vergleichsportale im Netz Sinn?

Sie können einen ersten Überblick verschaffen, ersetzen aber nicht das persönliche Gespräch. Ein solches Portal setzt voraus, dass Sie genau wissen, welche Versicherungen Sie benötigen. Eine Beratung gibt es hier weder im Vorfeld noch im Nachgang. Sie sind also völlig auf sich allein gestellt.

Welche Versicherung 50 plus sollte man auf gar keinen Fall abschließen?

Eine Versicherung, die nicht zu einem passt. Beispiel: Eine alleinstehende Frau, die keine Kinder hat, benötigt keinen Hinterbliebenenschutz. Wen sollte sie denn absichern? Zudem ist von einer klassischen Lebens- oder Rentenversicherungen mit Garantiezins angesichts des aktuell niedrigen Zinsniveaus von Neuabschlüssen abzuraten. Hier entsteht so gut wie kein Zuwachs. Ein Riester-Vertrag zum Beispiel passt nicht zu jedem. Sinnvoll kann er aber unter anderem für Singles mit geringem Einkommen sein.

Checkliste: Diese Versicherungen 50 plus sind sinnvoll

Privat-Haftpflicht

Sie ist Standard. Sie steht Ihnen nicht nur in den eigenen vier Wänden bei, sondern auch bei Schadensfällen außerhalb der Wohnung.

Hausratversicherung

Sie wird oft als unsinnig abgetan, kann aber umfangreichen Schutz bieten, wenn Sie zum Beispiel Ihr Hab und Gut im Falle eines Einbruchs finanziell absichern wollen. Auch wenn zum Beispiel der Keller mal vollläuft oder ein Wasserschaden in der Wohnung auch die darunterliegende belastet.

Zahnzusatzversicherung

Sie macht ab 50 plus Sinn, denn Zahnverschleiß ist ganz normal. Und der kann teuer werden. Am besten schließen Sie die aber so früh wie möglich ab, denn die Beiträge steigen kontinuierlich mit dem (Eintritts-)Alter.

Private Altersvorsorge

Vorsorge-Konzepte, bei dem wir Eigenkapital leisten und dieses auch im schlimmsten Fall wieder rausbekommen, sind eine gute Wahl. Am besten beraten lassen.

Pflegezusatzversicherung

Die Pflegekostenzusatzversicherung bezuschusst die Pflegekosten, wie für Pflegehilfsmittel oder die Kosten für den ambulanten Pflegedienst zu Hause oder die Heimunterbringung. Die Zusatzversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn Sie definitiv in einem Pflegeheim unterkommen wollen oder wenn Sie zu Hause ausschließlich von professionellen Pflegekräften unterstützt und gepflegt werden, weil Sie die Pflegekosten nachweisen müssen. Stehen Ihnen pflegende Angehörige helfend zur Seite, bringt die Versicherung nichts. Info: Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten auch Unterstützung im Pflegefall an.

Eine Versicherung 50 plus für den Notfall

Schwere-Krankheiten-Versicherung

Eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung zahlt, wenn eine im Vertrag genannte schwere Erkrankung festgestellt wurde. Versichert sind meist unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. Die vereinbarte Summe wird auf einmal gezahlt. Ideale Lösung für alle, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr bekommen. So können Sie zumindest das finanzielle Risiko bei einer schweren Erkrankung absichern.

Tipp: Jeder kann eine kostenlose Analyse von einem Versicherungsagenten machen lassen. Zum Beispiel bei der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Versicherungsmakler (AUV).